Schottland - Reisetagebuch

19.09.15  |  Tag 1

Endlich geht es wieder nach Schottland!

Seit ungefähr 10 Jahren, als ich die Romanreihe „Feuer und Stein“ von Diana Gabbaldon gelesen habe, bin ich schon Schottland-Fan. Letztes Jahr hat mein Freund mir dann den Wunsch erfüllt und fuhr mit mir mit dem Wohnmobil hin. Ich war so begeistert von der Landschaft, ich wusste, dass es nicht die letzte Tour war.

2014 habe ich mich dort dann auch das erste Mal richtig mit der Landschaftsfotografie auseinander gesetzt. Jetzt kann ich sagen, dass ich einiges besser weiß als letztes Jahr, und auch ein wenig mehr Equipment habe, so dass ich euch mit besseren Fotos beglücken kann :)

Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass es hier erst einmal größtenteils nur Handybilder gibt!


Toller als mit dem WoMo kann man gar nicht reisen, man kann überall stehen bleiben, hat alle Zeit der Welt, und hat sein Zuhause (und ganz wichtig: Nahrung!) einfach immer dabei :)

Für mich ist genau das richtiger Urlaub: ungeschminkt, in bequemen Camper-Klamotten (in denen man nicht den Bauch einziehen muss), nur rumgammeln, rumfahren, entspannen, ganz viel sehen, ganz viel Natur erleben und ganz viel Zeit haben!

Wenn man abends im Bett liegt, die Wellen rauschen hört, nach oben guckt und die Sterne sieht...hach <3

 

Diesmal wollen wir die kompletten äußeren Hebriden erkunden und haben uns ein Isle-Hopper-Fährenticket gekauft.

 

Los gehts für uns gegen Abend Richtung Emsland, weil mein Freund dort beruflich zu tun hat.

Passend zum Urlaub habe ich eine dicke Erkältung, das volle Programm: Schnupfen, Husten, Halsschmerzen :(

 

Wir haben mit dem Wohnmobil auf dem Parkplatz einer Diskothek geschlafen, viel Schlaf gabs da nicht…die laute Musik war noch nicht mal das Schlimmste...die besoffenen Leute auf dem Parkplatz!

 

Und zu allem Übel schau ich mir auch noch die Titanic im Fernsehen an…ganz schlechte Idee, so direkt vor der Fähre! :D


20.09.15  |  Tag 2

Ich war relativ früh wach, weil mein Hals so weh tat und zugeschleimt war.

Bin mit Pan raus – hinter dem Parkplatz war ein große Wiese, dort war alles voller Spinnennetze! Ich wollte ja schon sehr lange mal früh raus und den Tau auf den Netzen fotografieren, aber ich muss ehrlich sagen, ich war immer zu faul…

Jetzt habe ich nicht nur Spinnennetze entdeckt, sondern auch, dass ich nur EINEN Akku dabei habe! (ich besitze übrigens 3 Akkus…warum ich die nicht eingepackt habe? keine Ahnung!) Nicht nur, dass ich nur den einen habe, kommt auch noch dazu, dass dieser gerade fast leer ist und die Anzeige heftig blinkt...Also habe ich mich tierisch beeilt ein paar Netze zu fotografieren und mich dabei lang gemacht, in Jogginghose mit dem Hintern unfreiwillig auf den nassen Rasen gesetzt… Warum passiert immer nur mir so was?!


Die Spinnennetz-Fotos gibt es später zu sehen!

Wir sind gegen 11 Uhr morgens losgefahren Richtung Dünkirchen (Dunquerke). Die ersten 3 Stunden bin ich gefahren – juhu! WoMo fahren macht so Spaß!

Heute ist unser Cheatday (kennt ihr, oder? Einen Tag die Woche, wo man mal richtig reinhauen kann, ohne Kalorien zählen)

Also haben wir richtig gut gefrühstückt, mit dick Nutella und allem drum und dran.

Wir sind durch Holland, Belgien nach Frankreich Dünkirchen / Dunquerke gegondelt, ca. 5,5 Stunden sind wir gefahren.

Jetzt stehen wir gerade auf dem Parkplatz an der Fähre, hier kann man ganz gut über Nacht stehen, wenn die Fähre früh am nächsten Morgen geht.  Wenn man von den lauten Möwen ab 4 Uhr morgens mal absieht. Kann mich gar nicht erinnern, dass die letztes Jahr auch so einen Krach gemacht haben...

Eigentlich konnte man hier auch sehr gut mit dem Hund am Wasser entlang spazieren, aber jetzt haben die das ganze Grün gerodet und sind hier am bauen....Pan war total gut drauf und hat Vollgas gegeben, jetzt freut er sich auch :)

 

 Die Sitzbank im Wohnmobil haben wir schon umfunktioniert zu einem großen Bett, so können wir zu dritt fernsehen und kuscheln :)

 

Ich habe jetzt schon Angst vor der Dusche morgen früh in dem Fähren-Center, letztes mal war die so extrem heiß, dass ich das nicht ausgehalten habe!

 


21.09.15  |  Tag 3

10:30 Uhr

Wir sitzen gerade im Café auf der Fähre. Obwohl wir aus den letzten vier Überfahrten eigentlich wussten, dass das Essen hier nicht schmeckt, versuchen wir es immer wieder….aber sie können es einfach nicht :D wenigstens schmeckt der Kaffee!

Und die Toiletten sind sauber, noch ein Pluspunkt.

Im Gegensatz zu den Toiletten in dem Service-Center, auf dessen Parkplatz wir heute übernachten haben...eine Katastrophe!

Da wir ja wieder 2-3 Tage „wild“ campen wollen, haben wir die Chance genutzt und sind heute morgen dort duschen gegangen…Haben wir das letzte Jahr auch gemacht, da waren die Duschen schon übel...die Deckenplatten fehlen, alles ist voller Dreck und Schimmel...ganz ganz schlimm. Aber da muss man durch als Camper!

Die Damen haben leider keine Dusche, deshalb musste ich bei den Männern duschen. Die gucken zwar ein wenig komisch, aber was soll ich machen :D

 Wie ich erwartet hatte, war die Dusche so heiß, dass ich es kaum ausgehalten habe und ich mich nur kurz abgeduscht habe und die Haare am Waschbecken gewaschen habe. Das machen die doch mit Absicht?!


Nach 2,5 Stunden in Dover angekommen! Wetter ist von sonnig auf diesig umgeschlagen.

Heute fahren wir auf gut Glück nach Morecombe, liegt auf der Hälfte des Weges nach Oban (von da fahren wir mit der Fähre nach Barra). Morecombe liegt am Meer, vielleicht können wir dort übernachten.


Endlich können wir wieder auf der "richtigen" Straßenseite fahren! Nachdem wir die 3 Wochen im Juni in Irland waren, wo ja auch Linksverkehr ist, konnten wir uns zuhause einfach nicht an den Rechtsverkehr gewöhnen…und das schon nach 3 Wochen!

 

20:35 Uhr

Nach 550km sind wir in Morecombe angekommen und haben tatsächlich einen Platz gefunden, an dem wir übernachten können. Gar nicht schlecht hier!

Ich habe auf dem Weg hier in ein wenig gegoogelt und eine gute Wegbeschreibung gefunden.

Sogar als Beifahrer sind die ganzen vierspurigen beampelten Kreisverkehre echt anstregend!

Wie immer wenn wir mit dem WoMo unterwegs sind, hat es die ganze Zeit geregnet und als wir ankamen, kam die Sonne raus!

Jetzt stehen wir gerade am Meer, haben eine schöne Aussicht, mein Freund kocht und ich schreibe :)

Leider fährt hier ab und an ein relativ lauter Zug entlang, mal schauen ob der auch Nachts fährt.

Aber man kann halt nicht alles haben!


22.09.15  |  Tag 4

Heute haben wir bis 9 geschlafen, richtiger Luxus! Normalerweise bin ich immer schon um 7 Uhr wach, weil mein Hals mich quält.

Nach einer Gassirunde am Strand (leider ohne Wasser) und einem ausgiebigen Frühstück mit getoastetem Brot, Kaffee und Tee haben wir uns Ayr als Ziel gesetzt, es liegt relativ nah an Oban und wieder an der Küste. Vorher wollten wir aber noch einen Abstecher zum Culzean Castle machen.


Juhu, welcome to Scotland!

Bei Mäcces haben wir eine Pause gemacht…ich weiß genau, wenn ich mich nach dem Urlaub auf die Waage stelle, werde ich mich dafür ohrfeigen…aber egal, Urlaub ist Urlaub! Selbst der Rastplatz hier ist ein Traum, mit Parkanlage und See!

Auf dem Weg zum Culzean Castle sind wir an einer alten Ruine in Dunure vorbeigefahren, hier wollten wir danach nochmal hinfahren und uns die anschauen. Am Castle angekommen wollten die 15 Pfund pro Person haben und haben aber nur noch 20 Minuten geöffnet. Neee, dann schauen wir uns doch lieber die Ruine an, ist eh viel interessanter!


An der Ruine steht ein kleines Häuschen, bei dem man eigentlich 2 Pfund zahlen soll, aber das ist anscheinend geschlossen. Vielleicht ist das nur in der Hauptsaison geöffnet? Das wäre auf jeden Fall ein sehr netter Platz zum Übernachten!

Weiter hinten steht auch ein Camper, den haben wir gefragt. Er sagt er ist Einheimischer, campt aber öfter hier und hier hätte noch nie jemand was gesagt. Außerdem sind wir Gäste in Schottland, die würde man nicht verjagen. :)


Wir haben uns die Ruine angeschaut, sind nochmal einkaufen gewesen, da wir uns gleich Wraps machen wollen. Jetzt stehen wir hier auf dem Platz mit dem Blick auf die Ruine und es verspricht ein richtig toller Sonnenuntergang zu werden, da werde ich gleich nochmal mit Kamera losziehen!

 

Gerade kommt mein Freund von der Toilette hier und erzählt, dass er die Besitzerin von hier getroffen hat. Sie sagte, dass man hier nicht über Nacht stehen darf, allerdings ließ sie sich mit deutschem Bier bestechen…die Schotten sind echt toll!

Jetzt geht’s gleich raus die Ruine im Sonnenuntergang fotografieren!

 

20:39 Uhr

 

Worst Case! Da habe ich mir ein richtig tolles Plätzchen gesucht, das Licht ist perfekt, ich freue mich so sehr, dass wir die Ruine entdeckt haben, wir hier über Nacht bleiben dürfen, die Sonne genau hinter der Ruine untergeht…ich stelle mein Stativ auf, will die Kamera drauf setzen – da fehlt die Wechselplatte! (Für alle Nicht-Fotografen: Die Platte, die man unter die Kamera schraubt, um diese dann am Stativ zu befestigen).

Oh mein Gott! Die ist zuhause! Ich war so fertig, ich musste mich erst einmal hinsetzen. Und weinen.

 

Wie kann man so dämlich sein?! Ich bin ja manchmal ein wenig schusselig, aber so was WICHTIGIES? Ich hatte die Platte sogar noch in der Hand, und wollte die direkt an die Kamera schrauben…und dann ging wahrscheinlich mein Telefon, in Gedanken habe ich die dann auf irgendein Regal  gelegt…So etwas Blödes ist mir ja wirklich noch nie passiert....

Das kommt davon, wenn man so viel zu tun hat und erst einen Tag vorher packt.

Und ich rege mich auf, weil ich die anderen Akkus vergessen habe…tz.

Während ich also da auf der Wiese in dieser Traumkulisse sitze und leise vor mich hin weine, googelt mein Freund schon Adressen von Fotogeschäften in der Nähe. Da werden wir morgen hin, mal gucken wie gut die Fachgeschäfte hier ausgestattet sind.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf unsere Wraps und versuche nicht mehr die ganze Zeit dran zu denken…

23.09.15  |  Tag 5

Nach einer kaum geschlafenen Nacht wegen durchgehendem Husten und einem morgendlichen gemeinsamen Gassigang rund um die Ruine, wo ich noch ein paar Fotos gemacht habe, geht’s los nach Ayr, zum Fotoladen. Die Fahrt in die Innenstadt war ziemlich stressig, alles sehr eng, teilweise Einbahnstraßen, mit dem WoMo nicht ganz so einfach, da einen Parkplatz zu kriegen.

Wir haben es dann endlich geschafft, aber auch nur weil mein Freund wieder seinen Charme hat spielen lassen, denn eigentlich durften wir dort nicht stehen.  Er hat die Parkplatzhüter (ja gibt es in Ayr wirlich!) ein wenig bequasselt.


Wir haben den Laden dann gefunden, allerdings sah der sehr klein aus und meine Hoffnung verschwand. Ich hatte zwischenzeitlich schon überlegt, die Platte bei Amazon zu bestellen und mir auf einen Campingplatz liefern zu lassen…oder die Kamera einfach mit einem dicken Seil auf das Stativ zu binden….


Im Laden fragen wir das Mädel…sie weiß es nicht genau und holt den Chef…in dem Moment dreh ich mich von der Ladentheke um und schau direkt auf diese Wechselplatte! Juhu! Der Urlaub ist gerettet! 20 Pfund hat die gekostet, schätze so 27 €. Ist okay. Gäbs bei Amazon wahrscheinlich günstiger, aber ich glaube ich hätte jetzt sogar 100€ dafür ausgegeben.

Jetzt kann es also losgehen Richtung Highlands! Ab nach Oban, von wo dann auch morgen unsere Fähre nach Barra geht. Wir fahren ein gutes Stück noch über die Autobahn, und dann gibt es keine Autobahn mehr, sondern nur noch Landstraßen, die durch wunderschöne Landschaften führen.

Wir fahren bestimmt 1 Stunde direkt am Rand von Loch Lomond entlang, einem rieeeesengroßen See im Nationalpark. Hier haben wir dann auch eine kleine Pinkel- und Essenspause eingelegt. Genau am richtigen Fleckchen, denn ein toter Baum ragte hier ins Wasser, da musste ich nach unserem Snack doch direkt das Stativ aus dem WoMo holen und die Wechselplatte direkt mal testen.Es nieselte zwar, aber das ist ja typisch schottisch!

                                                                                                                      Das sieht jetzt vielleicht unspektakulär aus, aber wartet mal ab! ;)

Schafe, seeeehr interessant!

Nach ca. 3,5 Stunden Fahrt sind wir in Oban angekommen. Nach etwas Suchen und einer fehlgeleiteten Suche unseres Navis (das kann nämlich Campingplätze anzeigen…wo dann allerdings manchmal keine sind), haben wir den Campingplatz gefunden.

Allerdings ist es das erste Mal, dass wir hier unfreundliche Schotten erleben. Erst kriegen wir einen Anschiss, weil wir uns erst anmelden müssen, bevor wir hier die Facilities benutzen dürfen…aber wenn niemand da ist, können wir uns auch nicht anmelden?! Dann wollten wir direkt Schmutzwasser ablassen, allerdings ist der Gulli dafür auf einem so schrägen Gulli, dass das Wasser aus dem WoMo gar nicht abläuft! Sehr professionell gemacht!

Und dann der Oberknaller: Die Duschen! Ich dachte, die Duschen in Frankreich an der Fähre wären schlimm..also die hier sind noch ein wenig schlimmer! Und der Campingplatz hier hat 3 Sterne bekommen…ich frage mich, wer die hier vergibt. Das einzig Gute ist, dass man die Temperatur selbst einstellen kann, und dass die Dusche nicht zeitlich begrenzt ist, wie sonst üblich.

Wenn ihr also in Schottland campen wollt, auf gar keinen Fall im „Oban Caravan Park“!

Morgen geht die Fähre um 8:30 Uhr, letzter Check Inn um 7:15 Uhr, das heißt also seeeehr früh aufstehen… :(

Geduscht haben wir gerade, man versucht dann ja nichts zu berühren, bloß nicht beim Shampoo aufheben mit dem Hintern an die Wand kommen…was sehr schwierig ist in den engen Kabinen! Zu allem Überfluss funktioniert die Damen-Dusche nicht. Habe ich aber auch erst gemerkt, als ich komplett ausgezogen das Wasser anmachen wollte. Also kurz das Handtuch übergeworfen und wieder mal ins Männerklo gerannt…


24.09.15  |  Tag 6

Boaaaah, 5:30 Uhr sind wir aufgestanden, weil der letzte Check-In der Fähre nach Barra 7:15 Uhr ist.

Heißt, erst mit dem Hund gehen, das Auto klarschiff machen, dann diese enge kurvige Straße zurück in den Hafen von Oban. Um 6:30 waren wir wir schon am Hafen, weil wir unsere „Insel-Hopper-Tickets“ noch dort am Hafencenter abholen mussten. Hieß dann noch ewig warten, bis es los ging.

Hunde sind auf der Fähre erlaubt, heißt wir haben Laptops, Bücher und Pan eingepackt und rauf aufs Deck. Mit Pan war es natürlich etwas stressig, super viele andere Hunde und so viele Menschen mit was Essbarem in den Händen, da weiß man ja gar nicht wo man zuerst schnüffeln soll. Als es sich dann etwas beruhigt hat, haben wir ein wenig geschlafen. Mein Tagebuch wollte ich gegen Ende der Schifffahrt weiter schreiben. Nach 3 Stunden Fahrt, nachdem wir an 2 anderen Inseln angelegt hatten und andere Passagiere rausgelassen, fuhren wir nun aufs offene Meer raus. Hui, Wellengang! Ich dachte nicht, dass ich seekrank werde, aber ja, wurde ich. Also am Laptop schreiben hatte sich erledigt, die nächsten 3 Stunden habe ich mit geschlossenen Augen verbracht, dann gings einigermaßen.


2 Reihen hinter uns saßen drei kleine Mädels mit Mutter. Die kleinste der Mädchen schleppte die ganze Zeit einen kleinen weißen Cesar-Hund mit sich unterm Arm rum und rannte (ja wirklich, rannte, der arme Hund!) über das Schiff.

Später hatten sie sich eine Nudelkette gebaut und versuchten ihren Hund damit zum Spielen zu animieren, der war aber wohl froh mal nicht unterm Arm geklemmt zu sein und hatte keine Lust, da kam das Mädel zu Pan, und der lässt sich das natürlich nicht entgehen und beißt erst einmal zwei Nudeln von der Kette :D

Nach 6 langen Stunden sind wir endlich auf Barra angekommen. Total schön! So richtig wie man sich die Outer Hybrids vorstellt. Sehr kleine Insel mit sehr wenig Bewohnern. Wir sind ein wenig über die Insel gegondelt, es hat immer wieder mal ein wenig geregnet, aber dafür habe ich einen wunderschönen Regenbogen fotografieren können.


"Richtige" Bilder gibt es natürlich auch, sobald wir wieder zuhause sind!

Castle Bay auf Barra, an dem Castle schippert die Fähre vorbei.

Jetzt haben wir hier ein Fleckchen gefunden, wo wir über Nacht stehen können. Hier ist weit und breit niemand, ein wunderschöner Sandstrand, voll mit weißen Muscheln, kein bisschen Müll. Kaum haben wir hier gehalten, kommt die Sonne raus.

Und das allerbeste, Mein Freund kocht gerade Spaghetti! Mein Freund ist der weltbeste Koch, erwähnte ich das schon? Es gibt keinen besseren, sogar wenn er Salat macht ist das ein Festmahl :)

(Papa wenn du das hier liest, nicht böse sein, du bist direkt auf der Nummer 2!)


Tag 7  |  25.09.15

Heute morgen sind wir los gefahren die Insel erkunden. Wirklich traumhaft schön! Richtig einsam, tolle Landschaften, Berge, Buchten, weiße Sandstrände…

Am „Flughafen“ haben wir angehalten, von dem hatte uns schon jemand auf der Fähre erzählt. Die Flugzeuge starten und landen wirklich am Strand auf dem Sand. Am Flughafen selbst haben wir eine Frau gefragt, ob sie denn wisse, wann die Flüge gehen. 2 Flüge starten hier am Tag, der nächste in einer Stunde. Und dort hinten hinter den Dünen ist ein wunderschöner Strand, den sollen wir uns doch anschauen. Perfekt! Der Strand war superschön, menschenleer, türkisfarbenes Wasser, traumhaft. Dort haben wir später einen Mann mit Hund getroffen, Ein Engländer wie sich rausstellte, der vor 7 Jahren hier hingezogen ist und nun das Café am Flughafen betreibt.

Der Flughafen


Natürlich sind wir nach dem Flugzeugstart (nicht so spektakulär wie ich mir das vorgestellt habe) dort essen gewesen. Sehr lecker! Später hat er uns auf der Karte noch ein paar tolle Ecken eingezeichnet, die wir uns angucken wollen.

Wir sind also mit dem Wohnmobil wieder los diese Ecken suchen, und haben tatsächlich 2,5 mal die Insel umkurvt, bis wir gemerkt haben, dass wir schon einmal hier waren… Die Insel ist so klein, dass ich mit dem Maßstab der Karte gar nicht zurecht kam :D Jaja, Frauen und Karten…Das Navi konnten wir komplett vergessen, die gälischen Namen der Orte kennt es nicht…

Wir haben also wirklich die ganze Insel (dreimal) gesehen, richtig tolle Orte und wunderschöne Strände, ich habe mich schon ein wenig in Barra verliebt. Also wenn ich auswandere – dann hier hin!

Hier gibt es übrigens nur 1200 Einwohner…und 90 Kinder. Aber die Insel ist auch nur 5 Meilen lang :D

Im Endeffekt haben wir also alle tollen Orte gesehen und beschlossen, wieder dort hin zufahren, wo wir die letzte Nacht standen, hier ist es schön einsam (noch einsamer geht eigentlich gar nicht), man hat direkt den Strand vor der Tür und ein Toilettenhäuschen.


 

Auf dem Weg dort hin (ich hab das Karten lesen wieder vermasselt weil ich so von der Landschaft abgelenkt war, und wir deshalb eine kleine extra Runde gefahren sind) haben wir Robben gesehen! Sechs Stück, die in der Bucht schwammen. Zwei davon waren sehr neugierig und sind näher gekommen. Lustige Geräusche geben die von sich! :)

 

Morgen geht es dann mit der Fähre weiter nach Uist.

Ich hoffe wir kriegen keine Probleme, denn beim Schalten macht der Wagen komische Geräusche. Eigentlich war es klar, dass so was passiert. Als wir im Juni in Irland waren, ist so gut wie alles, was kaputt gehen kann, kaputt gegangen. Wasserleck im Bad, Dachfenster gebrochen, Scheibenwischermotor im Eimer (sehr nett in Irland, wenn man nur fahren kann, wenn es NICHT regnet). Ich dachte eigentlich, wir hätten alles überstanden und hätten jetzt einen Urlaub ohne irgendwelche Probleme…wenn wir jetzt liegen bleiben würden, wüsste ich nicht was wir machen sollten. ADAC anrufen, der dann 6 Stunden mit der Fähre hier rüber kommt?!

Wir hoffen einfach, dass wir so durchkommen. Bring auch nichts, sich jetzt ständig Sorgen zu machen. Und den Urlaub abbrechen ist auch keine Option. Also weiter fahren und hoffen, dass wir wieder heil bis nach Deutschland kommen.

Jetzt gibt es nochmal Spaghetti, also erstmal alles gut :)

 


26.09.15  |  Tag 8

Aufgestanden sind wir so um 10 und haben gemütlich gefrühstückt. Ein Camper sagte uns, dass er auf dem Weg ein Haus gesehen hat, vor dem ganz viele Busse und LKW stehen, dass es aussieht als wäre da ein Mechaniker. Die Fähre nach Eriskay geht um 15:45 Uhr, das heißt wir haben noch genügend Zeit. Wir gurken als dort hin, es ist auch jemand da, aber er sagt er kann uns nicht helfen, wir sollten im Postoffice nachfragen. Da arbeitet jemand, der auch Mechaniker ist. Und bei der Feuerwehr arbeitet ebenfalls jemand, der auch Mechaniker ist. Wir machen uns also auf den Weg zur Postoffice, unterwegs sehen wir noch einen Einheimischen, den wir nochmal fragen, er sagte wir sollten nach Kevin fragen in der Fischerfarbik. Wir fahren also nochmal nach Northbay (5-Minuten-Weg, so wie alle Wege hier), und halten an der Fischerfarbik. Zum Glück ist heute Samstag und nicht schon Sonntag! Kevin ist da, er hört sich die Kupplung an und meint, die wäre nur ein wenig trocken und man könnte bestimmt noch 6 Monate so fahren.

Das beruhigt uns ein wenig, aber nicht so ganz. Und entspanntes Fahren ist auch anders, wenn man die ganze Zeit dieses komische Geräusch hört. Wir fahren also trotzdem nochmal zur Postoffice, allerdings hat der Mechaniker schon frei. Wir haben eine Telefonnummer bekommen, allerdings ist das schon so spät, dass wir es nicht mehr schaffen würden. Also fahren wir zum Fährhafen.

Die Fahrt dauerte 45 Minuten und war relativ unspektakulär. Auf Eriskay angekommen fahren wir einen Platz an, den uns der Cafébetreiber des Flughafens empfohlen hat, allerdings war dieser nicht ganz so toll, also sind wir weiter gefahren, direkt über eine Brücke nach Uist, die nächste Insel. Hier haben wir einen Picknickplatz direkt am Strand entdeckt, wo wir ganz allein sind. Ist jetzt kein Traumstrand, aber ich glaube wir sind auch ganz schön verwöhnt :D

Morgen werden wir wohl eine Campsite ansteuern. Mal wieder duschen und Sachen waschen :-D



27.09.15  |  Tag 9

Von unserem Plätzchen aus wollten wir weiter fahren Richtung Nord-Uist, dort soll es auch noch ein wenig schöner sein, und von dort geht auch unsere Fähre nach Skye. Wir fahren also los, und das Geräusch beim Schalten ist jetzt nicht nur beim Schalten, sondern man hört es direkt, wenn der Motor startet. Scheiße. Kein Internet seit 3 Tagen, man kann nix googlen.

Wir fahren los, in der Hoffnung einen Einheimischen zu treffen (gar nicht so leicht bei der Einwohnerzahl). Da sehen wir eine große Scheune, vor der ganz viele alte Autos und Autoteile liegen. Ich sage zu meinem Freund, dass wir heute Sonntag haben und sowieso keiner da ist.

Er steigt aus, geht in die Scheune, ruft, läuft drumherum….wirklich keiner da.

Da fährt ein Auto an uns vorbei, hält an, dreht um und hält bei uns. Er fragt ob wir ein Problem haben, er kennt hier den Besitzer der Werkstatt. Er ruft ihn an, und er kommt tatsächlich vorbei, was ein Glück! Der Besitzer ruft seinen Mechaniker an (der 3 Häuser weiter wohnt), und der kommt auch direkt vorbei.

Der schaut sich unser WoMo von unten an und erklärt uns, dass wir die Schrauben verloren haben, die das Getriebe und die kupplung an ihrem Platz halten! Ach du scheiße! Eine einzige Schraube ist noch über, dann wäre alles komplett rausgebrochen.  Teilweise waren die Schrauben sogar rausgebrochen!


Was haben wir für ein Glück! Wenn wir weiter gefahren wären hätten wir definitiv einen Getriebeschaden!

Die Schotten hier sind so unglaublich nett, das ist der Hammer! In Deutschland wäre niemand auf einen Sonntag rausgekommen. Da würde wahrscheinlich noch gesagt, ach ja, die doofen Touris….

Wir haben genau für solche Situationen Bier mitgenommen. Das verschenken wir nämlich immer an nette Leute, die Schotten freuen sich besonders :)


 

Also geht’s erleichtert Richtung North-Uist, wo wir uns eine Campsite suchen wollen. An einer kommen wir vorbei, ca. 10 Minuten von der Werkstatt, die hat allerdings kein WLAN (möchte ja mein Reisetagbuch weiter schreiben und mein Freund muss eine wichtige Email verschicken), und mit dem Abwasser wäre das das gleiche Problem wie letztens, viel zu schräg.

 

Fahren wir also weiter Richtung Norden und ich schaue im Navi, welche Campsites in der Umgebung sind. Wir haben nämlich extra für unsere Camping-Trips ein TomTom gekauft, was speziell für Camper ist, das zeigt dann auch an, wenn die Straßen für Wohnmobile ungeeignet sind etc. Allerdings zeigt es mir bis auf einen Campingplatz viel zu weit im Norden an (wir wollten ja in der Nähe des Fährhafens bleiben) oder die Plätze, die schon auf der nächsten Insel Skye sind. Bleibt uns also nichts anderes als dort hin zu fahren. Das sind 45 Kilometer, aufgrund der engen und kurvigen Straßen dauert das ziemlich genau eine Stunde.

 

Wir sehen also fast komplett Uist, wobei man sagen kann, die Insel, zumindest wenn man Barra gesehen hat, kann man ruhig auslassen. Dann kommen wir dort an dem besagten Platz an, und es ist ein Grasplatz in den Dünen. Ohne Dusche, Toilette oder sonstiges. Aaaaah!  Man kann  im Navi auch auf „Info“ drücken, da sieht man Näheres zum Campingplatz. Das tue ich jetzt also nochmal (habs vorher überflogen) und sehe, dass dort steht, dass man in dem daneben gelegenen Hafen duschen kann. Und die Chemie-Toilette am Fährhafen leeren kann. Arrrr.


Wir fahren also zu diesem Hafen, duschen dort und hey, wir haben Internet! Weiß nicht genau woher, aber „Ian´s Guest Network“ lässt mich mein Tagebuch weiter schreiben :)

Zum Fährhafen (anderer Hafen als der „Dusch-Hafen“), fahren wir noch kurz, gucken uns an wo man die Toilette leeren kann, was wir dann morgen früh machen.

Der Hafen mit den Duschen. Unten sieht man unser WoMo!


Also suchen wir uns ein Plätzchen für die Nacht, wo wir nochmal wild stehen können. Zum Glück haben wir das Solar-Panel auf dem Dach, jetzt können wir locker 5 Tage ohne Elektrizität stehen, wo wir vorher alle 2- spätestens 3 Tage einen Campingplatz ansteuern mussten.

Auf dem Rasenplatz in den Dünen können wir leider nicht stehen, denn Nachts regnet es gern mal (und bisher tatsächlich fast nur Nachts, toi toi toi!), und dann kommen wir dort hinterher nicht weg, wenn der Platz total matschig ist. Das nächste Wohnmobil muss ein Offroader werden! :-D

Wir fahren ein kleines Stück und sehen ein Schild, das einen Parkplatz ankündigt. Wir fahren dort rein, und fahren und fahren und fahren... Die Straße schlängelt sich durch die Felder, wir fahren bestimmt 15 Minuten, dann endet die Straße. Das soll jetzt der Parkplatz sein?! Kein Strand weit und breit…naja egal, Hauptsache wir haben einen Platz.


Beim Gassi gehen laufen wir in die Richtung, wo wir weit entfernt Wasser sehen, allerdings endet hier der Weg vor einem Stacheldrahtzaun. Okay, umdrehen. Wir laufen zurück zum WoMo, da ist noch ein Gatter, durch welches wir einfach durchgehen (ist in Schottland normal, dass man um Strände zu erreichen Kuhwiesen passieren muss). Und nach 5 Minuten laufen erreichen wir dann doch den Strand. Sehr schön! Nicht so schön wie auf Barra (ich glaube nichts ist so schön wie auf Barra). Super einsam gelegen…Allerdings hatten wir jetzt bestimmt 90% der Strände für uns alleine.

Ich liebe Schottland!

Gleich gibt’s Penne mit Gehacktem, diesmal eine ganz neue Kreation, ich bin gespannt :P


Der "entdeckte" Strand. Panorama mit einem rennenden Hund :-D


28.09.15  |  Tag 10